Es gibt etwas ganz Besonderes an der Sonne – besonders, wenn man in einem Land wie Dänemark lebt, in dem die Anzahl der Sonnenstunden immerhin begrenzt ist, oder? Der erste warme Tag nach einem langen Winter, ach, wie gut sich das anfühlt! Oder einfach das Licht im Gesicht bei einem Spaziergang vor der Dämmerung. Der Duft von Sommerhaut und Sonnencreme. Die Sonne schenkt Energie, gute Laune und Leben. Aber sie verlangt auch Respekt. Wirklich.
In den letzten Jahren sind die Empfehlungen zum Sonnenschutz klarer geworden. Die Gesundheitsbehörden empfehlen jetzt, dass man immer Sonnencreme mit mindestens LSF 30 verwendet, wenn man sich längere Zeit in der Sonne aufhält. Das gilt sowohl für Erwachsene als auch für Kinder.
Sowohl die dänische Krebsgesellschaft (Kræftens Bekæmpelse) als auch das Gesundheitsamt stehen hinter den offiziellen dänischen Sonnenschutzempfehlungen, die ein ganz klares Ziel haben: Hautkrebs vorzubeugen und die Haut vor Sonnenschäden zu schützen.
Und auch wenn es an einem milden dänischen Sommertag vielleicht etwas übertrieben erscheinen mag, ist die Empfehlung eigentlich ganz einfach: Wenn du in der Sonne bist, verwende LSF 30 oder höher.
Deshalb wird mindestens LSF 30 empfohlen
Die Strahlen der Sonne enthalten ultraviolette Strahlung, auch UV-Strahlung genannt. Genau diese Strahlung kann die Zellen der Haut schädigen.
Wird die Haut zu viel UV-Strahlung ausgesetzt, kann es zu einem Sonnenbrand kommen. Doch die Schäden hören nicht unbedingt dort auf. UV-Strahlung kann auch vorzeitige Hautalterung, Pigmentveränderungen und im schlimmsten Fall Hautkrebs verursachen.
Trotz unserer wenigen Sonnenstunden liegt Dänemark leider in den Statistiken für Hautkrebs ganz vorne, nur übertroffen von Australien, und jedes Jahr wird bei Tausenden Dänen die Krankheit festgestellt. Eine neue dänische Studie zeigt sogar, dass mehr als jeder fünfte Däne damit rechnen muss, im Laufe des Lebens Hautkrebs zu bekommen. Jeder fünfte! Deshalb ist Sonnenschutz mittlerweile ein wichtiges Thema der öffentlichen Gesundheit.
Sonnenschutzfaktor, auch SPF genannt, gibt an, wie gut die Sonnencreme die Haut vor UVB-Strahlen schützt. Eine Sonnencreme mit LSF 30 filtert etwa 97 Prozent der UVB-Strahlung, während LSF 50 etwa 98 Prozent filtert.
Der Unterschied mag klein erscheinen, kann in der Praxis aber bedeutsam sein. Und am wichtigsten: Die meisten Menschen verwenden deutlich weniger Sonnencreme als empfohlen, was bedeutet, dass der tatsächliche Schutz oft geringer ist als der auf der Flasche angegebene Wert.
Deshalb wird LSF 30 als Mindestmaß empfohlen.
Die drei klassischen Sonnenschutzregeln
Wenn du die Experten der dänischen Krebsgesellschaft fragst, ist guter Sonnenschutz eigentlich ziemlich simpel. Sie arbeiten mit drei ganz grundlegenden Regeln:
Schatten, Sonnenhut und Sonnencreme.
Schatten bedeutet, dass du möglichst die direkte Sonne zur Mittagszeit meidest, wenn die UV-Strahlung am stärksten ist. In Dänemark ist das typischerweise zwischen 12 und 15 Uhr.
Sonnenhut und Kleidung sind oft der effektivste Schutz. Ein breitkrempiger Hut, ein leichtes Hemd oder ein T-Shirt können die Haut deutlich besser schützen als Sonnencreme allein.
Sonnencreme ist dann die dritte Schutzschicht. Sie sollte auf den Bereichen angewendet werden, die nicht von Kleidung bedeckt sind, wie Gesicht, Nacken, Hände, Arme und Beine.
So verwendest du Sonnencreme richtig
Um den Schutz zu erhalten, der auf der Flasche angegeben ist, muss die Sonnencreme in ausreichender Menge aufgetragen werden.
Als Faustregel gilt, dass ein Erwachsener etwa eine Handvoll Sonnencreme für den ganzen Körper verwenden sollte. Das ist deutlich mehr, als die meisten intuitiv auftragen.
Die Sonnencreme sollte ungefähr 20 Minuten aufgetragen werden, bevor man in die Sonne geht. Und sie muss regelmäßig erneut aufgetragen werden, insbesondere nach dem Baden, Schwitzen oder Abtrocknen mit dem Handtuch.
Auch wasserfeste Sonnencreme schützt nicht den ganzen Tag.
Es kann eine sehr gute Idee sein, Sonnencreme im Sommerhalbjahr zu einem festen Teil der Morgenroutine zu machen, besonders im Gesicht. Viele Tagescremes enthalten bereits einen Sonnenschutzfaktor, und hier gilt derselbe Grundsatz: Je höher der Faktor, desto besser der Schutz.
Die Sonne ist weiterhin dein Freund
All das bedeutet natürlich nicht, dass die Sonne an sich gefährlich ist.
Im Gegenteil: Sonnenlicht spielt eine wichtige Rolle für unser Wohlbefinden. Die Sonne hilft dem Körper, Vitamin D zu bilden, und viele Menschen erleben bessere Stimmung und mehr Energie, wenn die Tage heller werden.
Es geht daher nicht darum, die Sonne vollständig zu meiden, sondern sie mit Bedacht zu genießen.
Mit Schatten, Kleidung und Sonnencreme kannst du den Sommer – und die Sonne – voll auskosten. Geh spazieren. Iss zu Mittag in der Sonne. Spring ins Meer. Lies ein Buch auf der Terrasse.
Denk nur daran, unterwegs auf deine Haut zu achten.
Die Haut ist tatsächlich ziemlich erstaunlich. Sie schützt dich jeden Tag. Und mit ein wenig Hilfe durch eine gute Sonnencreme kann sie das noch viele Jahre tun. ☀️